Der Schal

Geschrieben in Crafting von Anna am 29. April 2007

Um einen kleinen Ausgleich zum gestrigen Beitrag mit vielen Wörtern und keinen Bildern zu schaffen, heute der Schal-Post mit vielen Bildern und wenig Wörtern :)

Das Ende naht, nur noch vier Reihen sind zu häkeln:

four rows to go

Mein Versuch des Selbstportaits (der Bildausschnitt ist mehr oder weniger bewusst so gewählt, allerdings hatte ich die arrogante Haltung meines Kinns nicht ganz so geplant…):

Mrs Up-the-nose

Und hier könnt ihr sehen, wie lang das Werkstück tatsächlich ist:

nearly done!

Gestartet wurde das Projekt übrigens - dokumentiert durch dieses Bild - vor sechseinhalb Wochen:

As if I had nothing to do

There is fun to be had!

Geschrieben in Daniel, Cooking, Eating von Anna am 28. April 2007

Gestern war ein schöner Tag. Ein echter Sommertag im April. Demnach musste eine Aktivität gefunden werden, die diesem Umstand Rechnung tragen könnte. Nachdem das Beobachten von diversen Vögeln und Nagern auf der Wiese hinter unserem Haus durchaus schon erfreuliche Resultate gezeigt hatte - auch wenn dabei der Text über Allegorese in einem recht langsamen Tempo rezipiert wurde - war dennoch mein Bedürfnis nach Gesellschaft noch nicht wirklich befriedigt. Außer dieser sollte bei der Aktivität Essen vorhanden sein. Ich denke, dass ich dies dem aufmerksamen Schwertfisch-auf-Koks-Leser nicht erklären muss. Zusätzlich musste nach einem passenden Ort gefahndet werden, an dem die noch zu bestimmende Aktivität mit Nahrungsaufnahme stattfinden konnte.

Nach kurzer Rücksprache mit Mama konnte ich dann zum zweiten Schritt meines Projektes vorrücken und eine e-mail verfassen, in der ich zu einem “Sommerfest auf der Wiese” einlud. Dieses sollte im Garten meiner Eltern stattfinden und aus einem Lagerfeuer mit diversen Essensangeboten, die auf diesem zubereitet werden konnten, bestehen. Eine kleine erlesene Zahl von Interessierten meldete sich.

Nach einem Einkauf der notwendigen Utensilien machte ich mich in Begleitung des perfect What auf zum Veranstaltungsort. Stockbrotteig wurde angesetzt, das Feuer entzündet, Decken im Gras ausgebreitet und Schafskäse mit Tomate, Olivenöl und Gewürzen in Alufolie eingewickelt.

Nach und nach trafen die Gäste ein. Diese führten weitere Lebensmittel bei sich, wobei besonders der Beitrag zu den Getränken von allen mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Man ließ sich am Lagerfeuer nieder. Die Sonne stand schon etwas tiefer, so dass die zusätzliche Wärmequelle durchaus angenehm war. Nun wurde die erste Phase der Essenszubereitung begonnen, zu der zunächst Haselruten geschnitten werden mussten. Erfolgreich wurde Stockbrot gebacken und mit Kräuterbutter bestrichen verzehrt. Auch die Schafskäsepäckchen fanden Anklang. Nachdem der erste Hunger gestillt war, ging man zu den Würstchen über, die kunstvoll aufgespießt am Stock geröstet wurden. Dazu wurden von einem in Brasilien ausgebildeten Spezialisten Caipirinha gereicht.

Nachdem das Bedürfnis nach herzhaften Speisen gestillt war, kamen die Haselruten in der dritten Phase zum Einsatz. Marshmallows wurden behutsam karamelisiert und nach Belieben zwischen zwei Butterkeksen und Schokolade oder auch pur zu sich genommen. Inzwischen war es dunkel geworden und eine richtige Lagerfeueratmosphäre zu spüren. Auf Anfrage einer Anwesenden wurde nun eine Gitarre herbeigeholt, die dann als begleitendes Instrument zu Gesang zum Einsatz kam. Dabei musste stets auf die Lautstärke geachtet werden, denn trotz allem befand man sich doch immer noch innerhalb bewohnten Gebietes. Dennoch war das Musizieren sehr stimmungsvoll. Nachdem alle gesättigt und zufrieden waren, die Lieder gesungen, und das Feuer heruntergebrannt war, bestätigte man sich gegenseitig, dass es ein gelungener Abend gewesen war. Der Nachttau war schon gefallen und im Mondschein wurden die Überreste unseres Sommerfests auf der Wiese gemeinsam beseitigt.

Vielen Dank, Mama, Eva, Daniel, Melanie, Merit und Thomas für den wunderschönen Abend, der für mich ein perfekter Einstieg ins Wochenende war!

Es ist alles so grün!

Geschrieben in Crafting, 100 Gründe für Hamburg von Anna am 26. April 2007

Es tut mir leid, das hier wird kein besonders langer Eintrag, ich muss mich noch von der Peinlichkeit erholen, dass ich tatsächlich ein Foto von meinem Kühlschrank ins Internet gestellt habe. Aber ich wollte mich auch nicht so lange nicht melden und deswegen bekommt ihr ein paar Frühlingsexplosionsfotos zu sehen. Es gibt im Moment so viel Leben und Grün und Wachstum in Hamburg zu sehen, meine Fotos sind da nur ein mickeriger Ausschnitt.
Ansonsten ist noch zu berichten, dass meine Woll-Odysee endlich ein Ende hat: Wir haben Daniels Mama Anne gefragt und die hatte zufällig noch ein Knäuel Catania in Silber… Sie benutzt diese Wollsorte für Freundschaftsbänderkurse. Da hätten wir echt auch mal früher fragen können! Allerdings scheint es so, als ob ich wohl doch nicht Silber gesucht habe, die Farbschattierung ist ein klitzekleines bisschen anders als bei meiner Wolle. Aber ich sehe diesen Unterschied in 70 % meiner Betrachtungszeit nicht und ich würde mal sagen, dass er minimal auffälig ist. Ich werde bald mal ein Foto hier reinschmeißen und dann könnt ihr selbst entscheiden.

Nun aber zu den Bildern, euch allen ein schöner Donnerstag, mit Zeit, um das Wetter zu genießen!

Auf dem Heimweg von der Uni am Isekanal (ich bin eine U-Bahnstation gelaufen, es lohnt sich)

Oh so green!
Auf dem Campus
1frühlingsbirken
In der Nähe meines Arbeitsplatzes (Nachhilfeagentur) in einem Park
Wo ist dein liebster grüner Platz?

The simple joy of food

Geschrieben in Learning, Eating von Anna am 23. April 2007
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Heute morgen unter der Dusche beschloss ich, dem schon viel zu lange währenden Zustand des “es gibt nichts Leckeres zu Essen in diesem Haushalt” ein Ende zu setzen. Natürlich haben wir - meistens - etwas zu essen zuhause und natürlich sind die Sachen auch irgendwie lecker, aber halt nicht so richtig lecker, denn die richtig leckeren Sachen müsste man a) kaufen und b) bezahlen, denn die kosten meist einfach mehr als die Cervelatwurst von Penny, 200 g 55 Cent. Ich weiß, dass Mama mich schon immer für ziemlich geizig gehalten hat und bis zu einem gewissen Grad hat sie sicher recht. Aber es ist nicht so, dass ich mir nicht mal ein Eis oder Kaffee oder Ohrringe kaufe, und dann werde ich auch nicht die ganze Zeit von Schuldgefühlen geplagt. Ich kann durchaus lustvoll meinem Konsumtrieb folgen, allerdings tue ich das vielleicht nicht sonderlich häufig.

Nun aber zurück zu Lebensmitteln: Ich liebe Essen. Wer mich kennt, weiß, dass ich nur allzu oft Hunger habe und damit ist dann nicht zu spaßen. ich liebe es, mir mit Daniel zusammen Menüs auszudenken, die wir dann für Gäste kochen. Ich liebe es, auf dem isemarkt die Zutaten für diese Menüs zu kaufen. Ich liebe es, Sushi zu essen und Sonntag Mittag im Cafe du Passage im Sonnenschein ein absolut herrliches Frühstück zu genießen. Ich liebe es nicht, unseren täglichen Bedarf an Lebensmitteln bei Penny einzukaufen und dabei mehr als 10 Euro bei einem Einkauf auszugeben.

Aber das ist reichlich unschlau. Denn wie ich in den letzten Tagen erneut feststellen musste, ist es der Lebensqualität - insbesondere meiner Lebensqualität - sehr abträglich, wenn wir kein Obst, keinen Joghurt, keine leckere Wurst und leckeren Käse (beides von der Sorte, die man auch liebend gerne ohne das Brot verzehren würde), keinen Saft und keine Milch im Haus haben (obwohl wir die eigentlich immer haben, sie wird nur immer viel zu schnell ausgetrunken). Also habe ich mir heute beim Einkaufen vorgenommen, wirklich leckere Sachen zu kaufen. Es fiel mir schwer, weil 1) das Obstangebot bei Penny einfach nicht soo toll ist) und 2) sich mein Herzschlag nervös erhöhte, wenn ich Wurst aus dem Regal nehmen wollte, die 95 Cent pro 100 g kostet. Ich habe sie dann übrigens nicht gekauft…

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Dennoch, ich habe Obst und leckere Wurst und leckeren Käse gekauft. Und Saft und Joghurt und rote Grütze. Und Müslikekse. Und jetzt fühle ich mich schon viel besser. Zwar habe ich gefühlt sehr viel Geld ausgegeben, aber das werde ich gepflegt ignorieren (denn es ist sicher nur der Wahn einer Geizigen, der sich dort meldet). Zur Buße habe ich den Kühlschrank geputzt ;)

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Aber sonst bin ich ganz normal.

I am so lucky!

Geschrieben in Daniel, Reading, Watching von Anna am 21. April 2007

Warum? Weil ich Daniel habe. Eigentlich ja offensichtlich, aber ich verrate euch noch ein bisschen mehr. Gestern, als ich ohne Nachhilfekind und ohne Wolle zuhause saß und das Internet nach nahegelegenen Wollläden durchforstet hatte (die es nicht gibt) und außerdem geguckt habe, ob man die Wolle online kaufen kann (kann man, wenn man für die Lieferung ungefähr doppelt so viel zuzahlen will, wie das eine Knäul, das ich haben will, kostet), habe ich Daniel angerufen und ihm am Telefon auf Englisch - warum auch immer - vollgejammert. Das Gespräch - naja, vielmehr der Jammermonolog - fing ungefähr so an: “Hi darling, I am sooo frustrated!!” Viel besser wurde es auch nicht.

Er hat das Ganze ausgehalten und war noch dazu sehr lieb und verständnisvoll, was man wohl nicht von jedem Mann erwarten kann, der ständig zu hören kriegt, dass die Freundin “endlich diesen Schal zuende häkeln” will und dass sie schon “so oft” bei Karstadt war und dass sie “unbedingt” diesen Schal weiterhäkeln muss und dass das alles so gemein ist. Daniel hat mich sogar ermuntert, nicht aufzugeben, bald würde ich diese Wolle bestimmt bekommen, und dann wäre der Schal viel schöner, als wenn ich jetzt eine Reihe mit der falschen Farbe zuende häkeln würde (was ich durchaus überlegt hatte).

Na ja, ich hab das auch halbwegs eingesehen - war natürlich aber trotzdem noch “frustrated” -, war fürs Erste aber ein wenig getröstet. Abends wunderte ich mich etwas, dass Daniels Termin so lange dauerte. Als er dann endlich nach hause kam, begrüßte ich ihn euphorisch, was - wie ich zu meiner Schande gestehen muss - auch daran lag, dass nun der Zeitpunkt zum Abendesssen in greifbare Nähe rückte. Aber nicht nur daran! Er sagte mir dann, dass es deswegen später geworden war, weil er in Farmsen im Einkaufszentrum im Wollladen gewesen war und versucht hatte, für mich meine Wolle zu kaufen! Ich schmolz dahin, als ich das hörte. Ich meine, er wusste ja noch nicht einmal, wie die Wolle hieß, geschweige denn, dass es sich um Baumwollgarn handelte. Das heißt, er ist ans Regal gegangen (und das ist ein großes Regal) und hat der Verkäuferin erklärt, wie das Garn aussieht und sich anfühlt und sie haben es tatsächlich geschafft, die richtige Sorte herauszufinden. Nur leider hatte der Laden zwar auch Catania-Wolle im Sortiment, aber halt nicht in der Farbschattierung “silber”. Das war mir aber dann auch ziemlich egal, als ich die Geschichte hörte, weil ich es so furchtbar lieb von Daniel fand, dass er es versucht hatte. Ich persönlich wäre wahrscheinlich viel zu schüchtern gewesen, in einen Laden zu gehen und zu sagen: Ich suche ein Computerbauteil für meinen Freund, ich habe keine Ahnung, wie es heißt und was es ist, aber ich weiß, wie es aussieht…” ;)

Zumindest hat Daniel herausgefunden, dass die Dame im Wollladen, wenn gewünscht, “meine” Wolle bestellen würde, allerdings würde das dann eine Woche dauern. Also warte ich erstmal ab, ob die Karstadt-Frau sich tatsächlich bei mir meldet. Auf jeden Fall wurde mir ganz warm ums Herz, als mir mein Daniel das erzählt hat und ich war so glücklich, dass ich ihn habe. Dass dies durch einen versuchten Wollkauf ausgelöst wurde, mag nicht jedem verständlich sein, aber für mich war das ein wirklicher Liebesbeweis. I love you, darling! Auch, weil du anbietest, Mary Shelleys Frankenstein nicht weiterzugucken, weil ich so heulen muss, weil das arme Monster so furchtbar behandelt wird (der Film, auch wenn ich ihn aus oben genannten Grund nicht weitergeguckt habe und noch nicht weiß, ob ich das tun werde, ist bis zum geguckten Punkt sehr empfehlenswert, noch empfehlenswerter ist natürlich das Buch. Ich habe schon beim Lesen damals geheult und das tue ich sehr selten bei Büchern. Es ist eben nicht nur eine Horrorgeschichte, sondern auch sehr anrührend. Mehr dazu vielleicht später).

Selfportrait with wiekmann

Mich gibts noch

Geschrieben in nur so, Crafting von Anna am 20. April 2007
Löwenzahn im Rinnstein

Ich habe festgestellt, dass Mittwoch und Donnerstag nicht sehr Blog-freundliche Tage sind, weil ich da von morgens bis abends unterwegs bin und wenn ich dann zuhause bin, nicht mehr so viel Lust zum Schreiben habe. Gestern wurde das noch von fiesen Kopfschmerzen unterstützt, die mich dazu brachten, um sieben ins Bett zu gehen, um halb zehn aufzuwachen, um einen Joghurt zu essen, um dann bis heute morgen um acht weiterzuschlafen.

Die Kopfschmerzen sind wieder weg, aber ich hatte heute schon ein Interview zu geben (mehr davon später) und nachher noch hier zuhause Nachhilfe zu geben. Dazwischen will ich noch zu Karstadt in der Mönckebergstraße fahren, um hoffentlich endlich das eine Knäuel Baumwollgarn zu kaufen, das ich noch zur Fertigstellung meines Schals brauche. Ich hatte vor ein paar Wochen schon mal alle Farben nachgekauft, nur das Silbergrau war nicht mehr da. Doof nur, das es die nächste Farbe ist, die ich benötige. Nachdem ich schon zweimal bei Karstadt war, um zu gucken, ob sie es wieder haben und dann in den letzten drei Tagen noch in drei anderen Läden (ohne Erfolg), hoffe ich, dass ich diesmal mehr Glück haben werde. Jaja, ich habs schon schwer! Zur allgemeinen Aufmunterung daher ein Foto von Löwenzahnpflanzen, die sich niemals kleinkriegen lassen, egal, wie wachstumswidrig ihre Standorte auch sein mögen.

Ich hoffe, ihr freut euch so wie ich auf ein nettes bevorstehendes Wochenende, vielleicht auch so wie ich auf ein Treffen mit lieben Freunden (und einen noch zu planenden Ausflug mit diesen…)!

Update: Der Wollkauf war nicht erfolgreich (man sicherte mir immerhin zu, mir schon am Montag telefonisch bescheid zu geben, wie es mit einer Nachbestellung aussieht) und das Nachhilfekind ist auch nicht aufgetaucht… Vorhin habe ich mir dann dementsprechend aus Frust ein Happy meal gekauft, was seinem Namen durchaus gerecht wurde. Trotzdem, so richtig zufrieden bin ich für heute noch nicht… :)

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