Willkommen Dezember!

Geschrieben in Crafting, Familie, Natur, Linus, Elin, Gutes von Anna am 01. December 2017

Ich hoffe, du wirst ein schöner Monat :-)

Eigentlich hast du heute schon ganz vielversprechend angefangen:
Mit einem Linus, der sich nach zwei Tagen Vorfreude (so lange hing der Adventskalender bereits) morgens beim Auspacken des ersten Päckchens sehr über “Horst, die Hüpfknete” gefreut hat.

IMG_20171201_202232-800x535

Mit einem Spaziergang, eher aus Vernunftsgründen gestartet, weil Elin und ich im Moment wirklich zu wenig draußen sind. Und der mir dann viele kleine Glücksmomente beschert hat. Zum Beispiel, weil ich Elins Kinderwagen endlich winteradäquat ausgestattet habe und sie dann auch wirklich schnell in ihrer Kuschelhöhle eingeschlafen ist. Und weil ich zwei superniedliche Eichhörnchen und ein Rotkehlchen von ganz Nahem betrachten konnte. Außerdem habe ich ein paar Erlen- und Weidenzweige und ein bisschen Efeu gesammelt, woraus ich später einen schönen, schnellen Winterkranz gewunden habe. Da haben die vielen Weihnachtshefte aus meiner Living at home-Sammlung, die ich in den letzten Tagen durchgeblättert hatte, wohl ein paar inspirative Samenkörnchen gelegt:

IMG_20171201_124411701-800x1066

Auch ein leckerer Mittagssnack war für mich drin und dann habe ich noch die ersten bestellten Weihnachtsgeschenkebücher in unserem tollen Buchladen um die Ecke gekauft. Ich lieeebe das!

Zwar lief heute auch einiges anders als gedacht (Zum Beispiel Elins Eingewöhnung - wir haben nämlich heute mangels anwesender Bezugserzieherinnen gemeinsam eine Stunde in der Krippe verbracht, anstatt dass Elin dort ohne mich blieb - oder Linus’ Adventsbasteln in der Kita. Ich hatte extra die Omi engagiert, mitzukommen, aber als wir dann da waren, wollte er eigentlich nur ein Stück Kuchen essen und nach hause fahren. Na ja gut.), aber trotzdem war es für mich wirklich ein guter Tag. Auch wenn ich jetzt total erschossen bin und auch nix dagegen gehabt hätte, ab halb acht nur noch im Sessel vor dem (nonexistenten) Kaminofen zu sitzen und Kakao zu schlürfen.

Stattdessen habe ich Linus und Elin dabei zugesehen, wie sie das Wohnzimmer mithilfe eines Wollknäuels auf ein neues Chaoslevel gehoben haben:

IMG_20171201_200039217-800x1066

Und mich beim Kinder-ins-Bett-bringen an meiner (Papier)Schnee(Flocken)Wehe erfreut, die nun unser Schlafzimmerfenster schmückt, nachdem mich vor ein paar Tagen ganz plötzlich der Schnipselwahn überkommen hatte.

IMG_20171201_201815-800x599

Jetzt hoffe ich, dass sich Elins Schlafgehuste gleich mit der ersten Tiefschlafphase wieder legt und es eine geruhsame Nacht wird. Schließlich haben wir noch so einiges vor mit dir, Dezember!

IMG_20171129_161617447-600x800
IMG_20171129_161802065-600x800

Diese Fotos stammen rein faktisch noch aus dem November, aber da sie unsere persönliche Weihnachtsmarktsaisoneröffnung dokumentieren, schummle ich sie hier mal zum Dezember dazu :-)

Random ramblings and nice things in November

Geschrieben in nur so, Daniel, Reading, Freunde, Watching, Linus, Elin von Anna am 15. November 2017

Daniel hat gerade eine Woche Urlaub. Dass wir hier alle mehr oder weniger erkältungsgeplagt sind, ist zwar nicht so schön, aber vieles andere.

IMG_20171105_121340305-800x600

Plätzchen haben wir sogar schon vor Daniels Urlaub gebacken

Allem voran, dass wir einfach zu zweit sind, den ganzen Tag. Das gibt selbst den Alltagsdingen so eine ganz andere Leichtigkeit. Zum Beispiel Linus zu dritt von der Kita abholen. Oder gestern, als ich mit Elin von der Eingewöhnung nach Hause kam und sie direkt einen laaangen Mittagsschlaf gemacht hat. Da haben wir uns einfach Pizza bestellt und es uns zusammen auf dem Sofa gemütlich gemacht, zwei Folgen Tatortreiniger geguckt, zusammen gelacht und es einfach nett gehabt. So mitten am Tag! Ganz ohne Kinder! Fast wie früher, nur mit mehr Wertschätzung für den Moment ;-)

IMG_20171111_162504378-800x600

Richtig schön waren auch die Laternenumzüge am Freitag in der Kita und am Samstag mit Freunden und der inzwischen schon ganz beträchtlichen Kinderschar - besonders gut natürlich, weil das Ganze mit viel Verpflegung einherging :-)

Heute waren wir zusammen mit Elin “shoppen” - wenn man das so nennen darf, wenn man unter zwei Stunden Zeit hat und vornehmlich Kinderunterhosen und -socken, Waschmittel und Deo kauft. Immerhin haben wir uns beide neue Jeans gekauft, und ich schwöre euch, so eine bequeme und noch dazu offensichtlich schmeichelnde Jeans hatte ich noch nie. Wenn mir das früher mal jemand gesagt hätte, dass es diesen Moment geben würde, wo ich mit neuer Jeans aus der Umkleidekabine komme und mich einfach nur richtig gut fühle, und hübsch, und sich dieser Eindruck im Gesichtsausdruck meines Mannes auch eindeutig widerspiegelt… :-) Noch dazu habe ich mir ganz spontan Hausschuhe gekauft. Ungelogen seit Jahren will ich gute Hausschuhe haben. Aber ich habe nie so recht das Richtige gefunden. Aber heute! Und wo? Im Reformhaus of all places! Insgesamt mag das für die meisten jetzt nicht sonderlich aufregend sein, aber ich freue mich einen Keks über diese wollig-warmen, hübschen Hausschuhe (und dass ich sie gleich noch mit einer kleinen Filzbrosche in Form einer Hummel aufpimpen konnte, was bei Daniel amüsiertes Augenrollen verursacht und bei mir Glücksgefühle hervorruft. Immer noch besser als Crocs mit Winnie-Puh-Ansteckern!).

IMG_20171101_170112_004

Hummeln sind hier gerade ganz en vogue…

Kurz bevor wir dann Linus abgeholt haben, bin ich schnell noch in die Bücherhalle reingehuscht und habe ein Vorlesebuch für Linus ausgeliehen - Der kleine Ritter Trenk und der Große Gefährliche. Verratet ihm nicht, dass das Buch erst ab sechs ist, wir sind schon bei Kapitel 12 oder so… Und für mich auch zwei Bücher, dieses hier von J.K. Rowling hat mich so angelacht und bisher hält es auch genau, was ihr Name mir persönlich verspricht: Einfach ein verdammt gut geschriebenes Buch. Das Thema würde mich ja ehrlich gesagt sonst nicht so locken, aber ich habe heute Daniel schon drei Sätze vorlesen müssen, weil ich sie so gelungen fand und hatte so ein kribbeliges Bedürfnis, sie zu unterstreichen, einfach nur, weil ich sie gut fand. Hab ich natürlich nicht gemacht. Bücherhallenbuch und so. Obwohl mir ja mein Literaturstudium meine persönliche Aversion, in Bücher “reinzumalen”, gründlich ausgetrieben hat. Nachdem mich in letzter Zeit kein Buch so recht zufriedenstellen konnte, mag ich das gerade gern lesen. Und das ist ja irgendwie die Hauptsache bei Büchern.

Elin macht ihre Eingewöhnung klasse mit und war heute auch so gut drauf nach ihrer Zeit in der Kita, einfach zu niedlich. Ich habe während meiner Wartezeit im Kitafoyer die Fäden des Babyjäckchens vernäht und sogar die Knöpfe schon angenäht. Wie Steffi meinte: Schon praktisch, so eine Eingewöhnung ;-)

IMG_20171102_154325098-600x800

Ich gebe zu, mein Post heute hat nicht recht Hand und Fuß, aber was solls. Vielleicht hilft er mir später einmal, mich an die netten Stunden zurückzuerinnern, mit Eclairs und Puppenmützenstricken (nach Größenberechnungshilfe meines mathematisch klar begabteren Mannes), Vorlesezeiten, gemütlichen Nachmittagen zu viert und geteilter Kopfhörer mit schöner Musik beim Kinder-in-den-Schlaf-Begleiten.

Gerade jetzt…

Geschrieben in Crafting, Familie, Freunde, Elin von Anna am 14. November 2017

… sitze ich im Foyer der Kita und stricke an dem Jäckchen für Steffis und Niklas’ Baby, das sich für Anfang Dezember angekündigt hat. Elin bleibt heute das erste Mal für eineinhalb Stunden in der Kita und ich habe deswegen viiiel Zeit zum Stricken ;-) Das Foto hier ist nicht aktuell, inzwischen ist die Jacke bis auf den letzten halben Ärmel schon fertig.

IMG_20171103_082914780-600x800

Die kostenlose Anleitung gibt es hier.
Die Wolle ist ein wolkigweiches Merino-Cashmere-Gemisch, seit den Sachen, die ich für Elin gestrickt habe, mein Favorit für winzigkleine Winterbabys. (In diesem Post seht ihr ein winziges Bisschen von ihrer Wickeljacke und ihrer ersten Minimütze).

Weil Steffi sich Anleitung und Farbe selbst ausgesucht hat, kann ich euch das hier schon zeigen. Nur die Knöpfe, die bleiben noch ein Geheimnis :-)

Ahornliebe

Geschrieben in nur so, Daniel, Natur, Elin von Anna am 13. November 2017

Heute Abend nur zwei Bild - aber ich habe einen Weg gefunden, meine technischen Probleme, die ich im Moment beim Hochladen von Fotos habe, zu umgehen. Deswegen kann ich hier hoffentlich bald wieder ein bisschen mehr zeigen und erzählen.

IMG_20171113_162354_554

Bei so einem Anblick kann ich immer nur denken: All die Sonnenstrahlen, die diese Blätter aufgesogen haben, die geben sie nun wieder zurück. Sind sie nicht herrlich? Wenn wir irgendwann einmal unseren eigenen Garten haben, planen Daniel und ich ganz fest, dort auch einen Ahorn zu pflanzen. Immerhin wohnen wir seit fast 14 Jahren in wunderbarer Ahorn-Nachbarschaft :-) Und gerade im Herbst möchte ich das nicht missen.

Ich denke, Elin sieht das ähnlich:

IMG_20171102_152744053-600x800

In Erinnerungen schwelgen: ein schwedischer Bilderreigen

Geschrieben in Daniel, Travelling, Natur, Linus, Elin, Gutes, Schweden von Anna am 28. October 2017
IMG_2152b
IMG_2196b
IMG_2160b

Gefühlt schon eine Ewigkeit ist vergangen, seit wir diesen Sommer in Schweden waren. Im Juli hatte ich ja von unserer ersten Woche geschrieben, und im September unsere Tage in Göteborg protokolliert.

IMG_2146b
IMG_2098b

Und heute, an diesem nassgraustürmischen Gerade-noch-Oktober-Tag hab ich plötzlich Lust bekommen, endlich auch einige viele Fotos unserer zweiten Woche zu zeigen. Wir waren in Torarp am See Bolmen, so richtig mitten auf dem Land.

DSC09079b

Hier schauen meine drei Süßen gerade einer Ballenpresse in Aktion zu. Sehr spannend!

Letztlich sind wir dort gelandet, weil wir einen Ort gesucht hatten, der ungefähr zwischen Göteborg und dem Fährhafen in Helsingborg liegt. Und dieses Suchkriterium hat uns hierher geführt:

IMG_2000b
IMG_2029b
IMG_2026b

Was für ein Glück!

IMG_2046b
IMG_2049b
IMG_2057b

Was wir gemacht haben: Spaziergänge rund um “unser” Haus. Zum Beispiel ganz bis zur Spitze einer langgezogenen Landzunge in den See hinein.

IMG_2086b
IMG_2126b
IMG_2123b
IMG_2128b
IMG_2132b

Linus ist superviel selbst gelaufen, am liebsten, in dem er mit Daniel oder mir Wettrennen gemacht hat:

DSC09089b

Hier angelt er gerade Stockfisch, ist ja klar.

DSC09092b

Außerdem haben wir unser Häuschen genossen, das mit sehr viel Liebe und historischen Details eingerichtet war und wirklich eine Seele hatte. Besonders gerührt haben mich die Fotos der Familie, die das Haus wohl gebaut hat.

IMG_2188b
IMG_2162b
IMG_2157b
IMG_2168b
IMG_2158b

Im Haus lagen viele Flyer und Broschüren mit Ausflugstipps aus. Unsere Vermieterin hatte auf einer Karte auch ein empfehlenswertes Fischrestaurant markiert. An unserem letzten Tag, einem sehr, sehr verregneten Freitag, machten wir uns dahin zum Mittagessen auf. Oh, das war lecker!

IMG_2199b

Und schon auch besonders cool, wenn man weiß, dass der Fisch aus dem See direkt nebenan stammt! Falls ihr mal in der Gegend seid: Tiraholms fisk kann ich wirklich wärmstens empfehlen. Linus war übrigens ganz fasziniert von den Aalbecken.

Ich glaube, dort fanden wir auch in einem Regal mit Flyern und Broschüren ein kleines Heftchen, einen Genussreiseführer durch die Region. Und da es wirklich fieses Wetter war, haben wir uns dann gleich mal ein Café in annehmbarer Entfernung rausgesucht :-) Ohhh, es war ein Traum! Ein Café in einem Gewächshaus, mit wunderbarem Kuchen, einer Herde von Schaukelpferden, Bücherregal und Gesellschaftsspielen, wo wir es uns ewig lange gutgehen ließen, während der Regen aufs Dach prasselte. Aber bestimmt ist es auch bei Sonnenschein schön dort ;-) Bäckhästens Bageri & Café

IMG_2204b
IMG_2216b
DSC09132b
IMG_2209b
IMG_2217b
IMG_2221b

Danach, auf dem Weg nach Hause, haben wir noch einen Spaziergang in einem Naturschutzgebiet gemacht, in dem ein kleiner Wanderpfad durch einen Wald führt, der vor einigen Jahren durch einen Sturm stark beschädigt wurde.

IMG_2225b
DSC09143b

Sehr eindrucksvoll, die umgestürzten, großen Bäume, die da mitten im Wald einfach abgeknickt worden waren. Nach dem ganzen Drinnensitzen und Essen war das ein wunderbarer Abschluss, auch, weil das genau so ein kleiner, wilder Wanderpfad war, wie ich sie schon als Kind in Schweden so geliebt habe.

DSC09144b
IMG_2240b

Ach, wir hatten es so schön!

DSC09156b

Am 4.10.2016…

Geschrieben in Daniel, 100 Gründe für Hamburg, Familie, Baby, Mutterschutz 2016, Elin, Gutes von Anna am 04. October 2017

…bin ich, nach einem absolut unauffälligen CTG ohne erkennbare Wehentätigkeit (ich saß dabei in einem Kreißsaal und dachte: “Toll, jetzt sitz’ ich hier im Kreißsaal rum und krieg kein Kind”) und nach der Frage des Arztes, wie lange ich denn so übertragen wolle (ich war gerade an Tag 6 nach dem errechneten Geburtstermin und meinte dann, so lange, wie es halt geht!) hier spazieren gegangen:

IMG_20161004_131148142_HDRb
IMG_20161004_131526330_HDRb

Das Wetter war fantastisch, Wehen nonexistent.

IMG_20161004_133354332_HDRb

Zwei Stunden später, so gegen 16 Uhr, im Wohnzimmer meiner Schwiegereltern, hatte ich so ein komisches Ziehen im Unterbauch. Meine Schwiegermutter meinte nur: “Schau doch mal, ob das regelmäßig kommt!” Kam es. Alle 20 Minuten. Hä? Ich dachte, ich merke Wehen immer nur im Rücken.

Also hab ich Linus noch entspannt ein Salamibrot essen lassen, mich nach hause fahren lassen (so ne Wehe beim Autofahren stellte ich mir ungünstig vor), meiner Mama Bescheid gesagt, dass wir ganz ganz eventuell vielleicht irgendwann heute Nacht einen Babysitter für Linus brauchen würden. Also eher nicht. Hab mit Daniel gegen 20 Uhr Lasagne gegessen (”Schließlich wird das ja jetzt noch eeeewig dauern! Vielleicht ist es ja auch wieder nur falscher Alarm…Beim letzten Mal hab ich so wenig gegessen, ich war völlig kaputt danach”), um halb neun ins Bett gelegt. Bin müde geworden. Nach zwanzig Minuten kam…nix. Also doch nur falscher Alarm. Hab ich mir doch alles nur eingebildet. Ach Mann.

Dann waren 30 Minuten um. Und eine heftige Wehe trieb mich innerhalb von Sekundenbruchteilen in den Stand und zum Tönen. Hups. Das ist ja doch ganz schön doll. Wie soll denn das jetzt noch 10 Stunden funktionieren? Linus’ Geburt hatte 28 Stunden gedauert, ich war also auf einen Marathon vorbereitet.

Um halb zehn hab ich meine Mama angerufen und ihr gesagt, dass sie ja mal laangsam kommen könne, sie könne ja auf dem Sofa schlafen, falls wir doch irgendwann nachts los müssten. Um kurz nach zehn war sie da und ich habe sie direkt ins Schlafzimmer zum Schlafen geschickt. Denn ins Bett legen würde ich mich sowieso nicht mehr. Die Wehen kamen alle acht Minuten. Ich war längst nicht so “Zen” wie bei Linus’ Geburt. Eine Lampe, die Daniel irgendwann anknipste, schaltete ich kommentarlos sehr nachdrücklich wieder aus. Beim Tönen musste ich mich selbst innerlich zurechtweisen, sich da jetzt auch mal drauf zu konzentrieren und nicht auf das, was weiter unten los war. Zwischen den Wehen sagte ich dem Baby, dass das ja alles super sei, die Wehen würden uns helfen und sie dürfe jetzt gerne kommen. Irgendwie musste ich mich ja auch selber überzeugen ;-)

DSC06824

Etwa um halb elf bat ich Daniel, unsere Beleghebamme anzurufen. Sie wollte - natürlich ;-) mit mir sprechen. Daniel versuchte, mir während einer Wehe das Telefon anzudrehen. Ha! Lustig! Als ob ich dabei sprechen könnte! Aber nach der Wehe erklärte ich Gode ganz entspannt, dass ich nur zur Sicherheit langsam ins Krankenhaus fahren wolle, sie könne sich ja Zeit lassen, die Arme, die gerade erst von einer langen Geburt nach hause gekommen war. Ihr Kommentar: “Ich trinke jetzt einen Espresso und dann sehen wir uns gleich im Kreißsaal.”

Auf dem kurzen Weg zu unserem Auto hatte ich auch eine Wehe und habe irgendwelche vorbeikommenden Menschen sicher ziemlich erschreckt. Die Wehen kamen jetzt plötzlich alle drei Minuten und wir hatten noch 20 Minuten Autofahrt ins Amalie-Sieveking-Krankenhaus vor uns. Im Auto sagte ich zu Daniel: “Müssen da nicht so Pausen zwischen den Wehen sein? Wo es nicht wehtut? Das sind jetzt so Wehen, wie ich sie bei Linus vor den Presswehen im Kreißsaal hatte…” Von ihm dazu nur ein Seitenblick vom Fahrersitz…

Vom Auto bis zur Krankenhaustür: 3 Wehen. Schnell durch die Notaufnahme gerannt, vor der Fahrstuhltür geflucht, Daniel angekündigt, dass ich das sicher noch öfter tun würde. Im Fahrstuhl: Noch ne Wehe. Dann nur noch raus aus dem Fahrstuhl, rein in den Kreißsaal. Zum Glück war Gode auch schon da. Irgendwie haben wir es geschafft, meine Hose auszuziehen und mich aufs Bett zu bekommen. “Ich muss dich jetzt noch mal kurz untersuchen… Am besten zwischen zwei Wehen” Haha! Viel Glück! “Was glaubst du, wie weit der Muttermund geöffnet ist, Anna?” - “Was weiß ich denn, sags mir einfach!” (Es war mir ehrlich gesagt, herzlich egal. Ich hatte nicht eine Sekunde lang über den sich doch öffnen müssenden Muttermund nachgedacht. Ich wusste nur, dass das Baby jetzt irgendwie schon kommen würde. Er war dann auch vollständig eröffnet. Nach nicht mal vier Stunden “anständiger” Wehen!

Ich kniete mich aufrecht auf das Bett und hielt mich am Kopfteil fest. Was war das denn für ein Mistbett? Das hatte ja gar keine vernünftigen Griffe zum Festhalten! Jetzt sollte ich ruhig mal pressen, wurde mir gesagt. Ok, kann ich machen. Pressdrang in dem Sinne hatte ich bei beiden Geburten nicht. Wow, das war heftig. Bei Linus habe ich die Presswehen als einfach nur erleichternd empfunden, weil ich wusste, es ist fast geschafft, nach den vielen, vielen Stunden. Die hier aber waren schon schmerzhaft. Aber auch gut! Eine Presswehe: Ich merkte richtig, wie das Köpfchen kurz davor stand, geboren zu werden. So ein brennender Druck. Bei der nächsten: Das Köpfchen war da! O-Ton Gode: “Das Köpfchen ist da! Oh guck mal, Daniel, wie niedlich sie ist!” Dritte Presswehe: Elin glitt in einer drehenden Bewegung heraus. Das war schon cool, das so genau zu merken! Bei Linus hab ich das definitiv nicht so gespürt.

Und dann war sie da! Nach weniger als 15 Minuten im Kreißsaal! Um 23:49 Uhr, um genau zu sein. Als ich nur kurze Zeit später dann da lag, mit ihr auf der Brust, schaute ich Daniel nur an und sagte so etwas wie: “Wow. Wie, sie ist schon da? Ich dachte, das geht hier noch Stunden!” Wir konnten beide gar nicht fassen, dass sie wirklich schon da war! Ich war aber auch so froh, dass es vorbei war. Viel länger hätte ich auch keine Lust mehr gehabt. Es war schon genau richtig so.

DSC06834

Und weil alles so schnell ging (und bestimmt wegen der Lasagne ;-)) war ich nicht einfach nur absolut zufrieden und erschöpft und erleichtert und stolz auf mich, wie ich es nach den vielen Stunden bei Linus’ Geburt gewesen war. Nein. Da war einfach noch mehr Energie übrig: Ich wurde regelrecht geflutet von Glück.

DSC06854

Was für eine Geburt. Das hätte nicht meine erste sein dürfen. Das wäre einfach zu schnell, zu heftig gewesen. Ich glaube, da wären mein Körper, mein Herz und mein Verstand nicht mitgekommen. Aber für die zweite war sie perfekt. Dafür bin ich sehr dankbar. Ja, für meine Geburtserlebnisse, für meine Kinder, für Daniel an meiner Seite und die anderen Menschen, die um mich waren und es mir ermöglicht haben, diese Geburten auf die für mich richtige Weise zu erleben.

DSC06840
« vorige Seitenächste Seite »