Akademische Glücksgefühle

Geschrieben in Learning von Anna am 29. June 2007

(Achtung: Beitrag könnte Selbstlob enthalten)

Vor ein paar Monaten saß ich da und habe ganz fleißig geschrieben:

beim Arbeiten

Und habe natürlich dabei nicht vergessen, gebührend rumzujammern (Na gut, der richtige Jammerartikel (link Nr.2) bezog sich auf eine andere Hausarbeit, die ich inzwischen seit Längerem mit ner 2+ zurückbekommen habe).

Heute, mit fast einem Semester dazwischen, bin ich zu meinem Professor in die Sprechstunde gegangen, um die Hausarbeit zu besprechen und mir hoffentlich einen Schein abzuholen. Dass ich damit so lange gewartet habe, liegt an zwei Faktoren:

1) Der Professor ist bereits emeritiert (also “in Rente”) und hat deswegen verhältnismäßig selten Sprechstunde

2) und wichtiger: Ich hatte ein bisschen Angst. Die Hausarbeit lag/liegt mir nämlich sehr am Herzen, da es mir (neben aller Arbeit) große Freude gemacht hat, sie zu schreiben. Durch das Thema hat sie mir Gelegenheit gegeben, auch mal in fachfremde Bereiche reinzuschnuppern (insbesondere Kirchenpraxis und Dogmengeschichte, vielleicht erinnert ihr euch noch an die abgedrehten Buchtitel, die eine Zeitlang meinen Schreibtisch bevölkerten). Das war sehr, sehr spannend. Noch dazu gab es zu meinem Thema nicht allzuviel Literatur und ich konnte/musste viel selbst erarbeiten. Ich habe mir sogar mit einem Priester e-mails zum Thema Sünde und Buße geschrieben. Ja ja, die Abgründe, die sich da auftun… ;-) Ganz im Geheimen (und auch nicht ganz so geheim in einer Sprechstunde bei einem anderen Professor) hatte ich mit dem Gedanken gespielt, die Hausarbeit, falls gelungen, in meine Magisterarbeit auszuweiten. Nur dazu musste a) die Arbeit gelungen sein und b) der Professor trotz “Ruhestands” bereit sein, die Arbeit zu begleiten und zu korrigieren… Oh oh. Also hatte ich ein bisschen Angst. Denn die Thematik des Prüfer-Suchens verursacht bei mir sowieso ein mulmiges Gefühl… Dazu muss man ja fragen und angenommen werden!
Heute um 10.40 Uhr war also die Sprechstunde. Auf dem Weg zur Uni habe ich eine alte Vorab-Verson der Hausarbeit gelesen, um zu wissen, worüber ich noch mal geschrieben hatte… Und dachte: So schlecht ists ja gar nicht! Ich war nämlich in eine mittelschwere Panik ausgebrochen, als Tim nach Abgabe der Arbeit den einen oder anderen (Schreib-)Fehler gefunden hatte.

Vor dem Büro des Professors angekommen, musste ich noch zehn Minuten warten. Und irgendwie war ich ganz schön aufgeregt! Komisch.

Als ich dann im Büro des Professors saß, fing er ungefähr so an: “Ich habe die Arbeit mit großem Interesse und Vergnügen gelesen…” Das hörte sich doch nicht schlecht an. Als er dann noch meinte: “Sie enthielt auch für mich Lehrreiches”, war ich schon mal erleichtert. Wir haben dann die Arbeit Stück für Stück durchgesprochen und er hat mich auf einige formale Fehler aufmerksam gemacht. Inhaltlich allerdings hatte er kaum etwas einzuwenden. Na ja, dann fing er an, den Schein auszufüllen (oft genug wollen Professoren, dass man das selber macht, und sie setzen nur noch Note und Unterschrift ein!) und nachdem er Name und Matrikelnummer der Studentin, Titel und Nummer der Veranstaltung, Semester, Titel der Arbeit, und Name des Dozenten ausgefüllt hatte, meinte er, “ich geb Ihnen “sehr gut”, wenn das in Ordnung ist,” und schrieb “sehr gut (1)” auf den Schein! Hurra!! Ich hatte nichts einzuwenden ;-)

Ein Ergebnis

Ein bisschen unscharf, aber wahr ;-)

Er meinte dann noch, ich solle ihm doch bitte irgendwann eine Kopie zur Verfügung stellen, er archiviere alle Arbeiten, die er korrigiere. Und dann habe ich mich getraut, zu fragen, es sei ja immer so eine Sache bei emeritierten Profesoren, aber das Thema der Arbeit habe mich sehr interessiert und ob es denn vielleicht möglich wäre, sie zu einer Magisterarbeit auszubauen? Und er meinte nur: “ja, natürlich, das ist möglich.” Ja! Ich habe also die gefühlt größte Hürde überwunden und einen Erstprüfer für meine Magisterarbeit gefunden. Puh. Im Januar muss ich mich also zur Prüfung melden, damit mein Professor mich noch prüfen darf.

Ich war ganz high, als ich aus dem Philturm kam. Ich glaub, ich habe den ganzen Heimweg dämlich gegrinst und hätte auch gern ein bisschen gekreischt, aber das konnte ich gerade noch so unterdrücken ;-) Ich weiß nicht, ob das eine normale Reaktion ist, aber ich war zeitgleich sehr sehr erleichtert und außerdem auch ein bisschen stolz, dass die Arbeit so gut geworden ist. Tja, akademische Glücksgefühle eben. Und dann habe ich mir Blumen gekauft.

Sommerstrauß Detail Margarite

Noch ein Geschenk

Geschrieben in nur so, Daniel, Crafting, Familie, Freunde von Anna am 26. June 2007
Angies Vogel 1

Nach Evas Geschenk hier ein paar Bilder von Angies Geschenk, das schon viel länger fertig war, aber natürlich noch nicht gezeigt werden konnte, weil die Party erst diesen Samstag war. Die Farbwahl ist dadurch inspiriert, dass ich mich zu erinnern meinte, dass Angie grün und orange mag. Am Tag der Geburtstagsfeier trug sie grün und orange und die Tische waren grün-orange dekoriert… Ich hatte mich wohl richtig erinnert ;-)

Angies Vogel 2

Mein Wochenende war eigentlich sehr schön, am Samstag habe ich an einer Fahrradralley zusammen mit Daniels Eltern, seinem Bruder Florian und dessen Freundin Kira sowie einer Freundin von Florian und Kira teilgenommen. Der erste Streckenabschnitt durchs Tunneltal und über den Höltigbaum war wunderschön (und ich denke immer wieder, dass man da mal irgendeine Pfadi-Aktion machen müsste…). Dann aber wurden wir extrem vollgeregnet und die Moral der Truppe sank so sehr, dass wir letztendlich nach hause gefahren sind. Es war trotzdem sehr schön.

Angies Vogel Podest b

Abends war dann die Party bei Angie, die mir auch sehr gut gefallen hat, gutes Essen, gute Musik, gutes Programm und viele liebe Leute. Ich habe dann bei meinen Eltern geschlafen und den Sonntag zu großen Teilen mit Lisa vergammelt. Das war sehr nett, weil wir so viel Zeit zum Reden hatten. Allerdings hätte das Wochenende doch noch wirklich schöner sein können, wenn Daniel bei den Aktionen am Samstag dabei gewesen wäre… Aber der war in Dreilützow zur Bistumswallfahrt. Außerdem hatte ich so, wie schon erwähnt, schön viel Gammelzeit mit Lisa und viel Redezeit am Abend vorher mit Eva :-)

Angies Vogel 5
Der Vogel trägt in seiner kleinen gehäkelten Tasche übrigens einen winzigkleinen Briefumschlag, in dem ein winzigkleiner Brief mit einer Einladung zu Kaffee und Kuchen steckt. Briefumschlag und Brief hat Daniel gebastelt, das war mir zu fummelig. 

Noch mehr Craftiness!

Geschrieben in Crafting von Anna am 22. June 2007
Haargummiblumen

Eigentlich habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich heute zu wenig für die Uni getan habe und dann noch auf Kerstins blog daran erinnert wurde, wie fleißig sie ist. Für mich wird es in ein paar Tagen losgehen und dann wird es sehr sehr stressig sein, aber das habe ich mir dann halt so ausgesucht. Aber darüber möchte ich heute kein Wort mehr verlieren und zeige euch lieber meine Haargummiblumen, die heute (zu großen Teilen aber auch während der U-Bahn-Fahrt zur Uni, um ein Buch für ein Referat abzuholen) entstanden sind.

Haargummiblume groß

Nachdem ich erst eine für mich gemacht hatte, dachte ich, dass die Farben auch bestimmt zu Klaras Haaren passen würden und habe die Vorlage ein bisschen adaptiert und kleiner nachgearbeitet.

Haargummiblumen fuer Klara

Die Blumen habe ich einfach an Haargummis genäht, ganz simpel. Da Klara mich schon bei unserem letzten Treffen nach einem Geschenk gefragt hat ;-) bekommt sie diese nun morgen (auf Angies Geburtstagsparty). Mal sehen, ob sie ihr gefallen. Wie findet ihr sie?

Crafty Content - Endlich!

Geschrieben in Daniel, Crafting, My sweet sisters, Familie von Anna am 20. June 2007

Wann habe ich eigentlich das letzte Mal etwas Handarbeitlich-Kreatives hier gepostet? Es kommt mir wie eine kleine Ewigkeit vor. Ups, hatte doch glatt meine Strickversuche vergessen… Na ja, ich meinte ja auch was Richtiges, nicht nur so Versuche :-). Ich habe schon noch ein zwei Dinge in der Hinterhand gehabt, aber ich muss ja immer bis zu den betreffenden Geburtstagen warten, bevor ich hier etwas davon zeigen kann. Heute ist es mal wieder so weit. Weil meine liebste Eva gestern siebzehn geworden ist, dürft ihr heute ihr Geschenk sehen.

Evas Kette und Armband Detail 1

Ein Set aus Armband und Kette, beides aus feiner Häkelbaumwolle gehäkelt (der link ist für die, die sehen wollen, wie so ein Knäuel aussieht). Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf die Idee gekommen bin, aber ich wollte Eva sehr sehr gerne etwas Selbstgemachtes schenken, auch weil ich weiß, dass sie das zu schätzen weiß und sich darüber freut. Nachdem ich ihr einmal eine Tasche verziert und ein T-Shirt mit einer Erdbeere bestickt hatte (alles noch vor Blog-Zeiten), dachte ich diesmal an Schmuck. Und den kann man ja auch häkeln! Wie praktisch :-)

Evas Armband

Das Armband habe ich einfach so frei heraus beim U-Bahnfahren gehäkelt, es ist ja auch sehr schlicht. Den schönen Knopf hatte ich noch zuhause.

Evas Kette

Für die Kette musste ich schon etwas länger nachdenken. Die Perlchen mussten nämlich vorher aufgefädelt werden und ich musste überlegen, wie die Kette aussehen sollte. Nach einem langen Abend mit Paul Temple war der erste Versuch fertig und Daniel und ich waren uns einig, dass er einfach scheußlich war (Daniel hat das natürlich nicht so drastisch ausgedrückt ;-).

Evas Kette und Armband Detail 2

Also habe ich am nächsten Morgen mit dem Gedanken “weniger ist manchmal mehr” einen weiteren, in der Durchführung wesentlich schnelleren Versuch gestartet. Der gefiel mir dann auch viel viel besser und auch my trusty critic war angetan. Schlicht und elegant. Das hat Eva auch gesagt, also ists nicht zuviel Eigenlob :-) Die Kette wird mit einem kleinen Knopf geschlossen und ist, da sie mehrere Verschlussösen hat, längenverstellbar.

Evas Kette und Armband Detail 3

Die Verpackung sollte natürlich auch schön sein. Für das Armband habe ich ein kleines Beutelchen aus einem wunderschönen, märchenhaften Stoff genäht, den Papa mir vor Ewigkeiten mal aus der Firma mitgebracht hat (ich weiß nicht mehr genau, wofür sie den dort brauchten, aber der Stoff hat mich immer schon zum Träumen gebracht, er ist irgendwie so schimmerig und exotisch mit seinem Paisleymuster, ein echter Prinzessinenstoff, und für so etwas war ich schon immer zu haben… Ihr solltet mal so ein ganz bestimmtes Kleid sehen, dass ich mit fünf oder sechs mal hatte…)

Evas Kette und Armband Verpackung
Evas Kette und Armband Verpackung

Die Kette habe ich schlicht und ergreifend eingerahmt. Und so sah das Ganze dann eingepackt aus:

Evas Kette und Armband Verpackung

Ich habe so einen großen Spaß und so viel Freude dabei, mir persönliche und selbstgemachte Geschenke auszudenken und sie dann zu verschenken. Allerdings wird der nächste Geburtstag in der Familie da mal wieder eine Herausforderung: Ist es nicht irgendwie komisch, dass Väter immer so schwer zu beschenken sind? ;-)

Geschrieben in nur so, Crafting, Familie von Anna am 18. June 2007

Mir fällt absolut kein befriedigender Titel ein, also gibts keinen. Besser vielleicht, als nichts zu schreiben, weil ich keinen Titel hab :-) Ich wollte euch nur kurz das Resultat meiner wochenendlichen Beschäftigung mit dem Stricken zeigen. Insgesamt bin ich schon ganz zufrieden, ich müsste mir jetzt allerdings mal ein “richtiges” Projekt suchen und vor allem lernen, wie man denn zwei gestrickte Teile eines Kleidungsstückes so zusammennäht, dass es hübsche Nähte gibt. Mir scheint, mein Schreibstil ist heute etwas langweilig, das mag an der unruhigen Nacht liegen, die hinter mir liegt.
Aber hier nun das Strickergebnis (ganz frei gearbeitet, daher nicht sonderlich beeindruckend, aber immerhin kann ich jetzt schon Maschen abketten und so).

Puppenkleid front
Puppenkleid back
Papa, es hat mich übrigens sehr gefreut, dich für einen Spontanbesuch bei mir zu haben :)

Fotostory zur Erdbeerzeit

Geschrieben in nur so, Daniel, Baking von Anna am 17. June 2007

Ich liebe Erdbeeren. Ich liebe es vor allen Dingen, im Juni und Juli ständig (also etwa alle drei Tage) an einem der zahlreichen Erdbeerstände in der Stadt (bevorzugt nicht von der Hamburger Erdbeermafia) ein Pfund Erdbeeren zu kaufen, einfach so, denn die sind ja gesund und viel besser als Eis oder Kuchen und deswegen sind die zwei Euro (zu Anfang der Saison) total gerechtfertigt. Noch besser wirds natürlich zur Hochsaison, wenn das Pfund nur noch 1,30 Euro kostet und die Erdbeeren noch viel leckerer sind. Ich liebe Erdbeeren so, dass ich sogar schon vor Blogzeiten mal ein Foto von einer Schale voller Erdbeeren gemacht habe und es an meine Wand gepinnt habe, worüber Daniel sich etwas gewundert hat.
Man braucht sie aber nicht unbedingt pur zu essen. Man kann auch das hier tun:

Rezept

Ein Rezept aus dem tollen Erdbeer-Koch/Backbuch aussuchen, das Eva mir zu meinem 20ten Geburtstag geschenkt hat. Die Rezepte sind mir bis jetzt immer gelungen, auch aufwendige wie die Erdbeer-Joghurt-Rolle, die ich für Moni gebacken habe.

Ganz viele Erdbeeren

Viele leckere Erdbeeren kaufen und putzen.

Mandel-Mürbeteig

Einen Mandel-Mürbeteig zubereiten und damit eine Tarteform auslegen (Zum Glück ist der perfect what küchenmäßig ziemlich gut ausgestattet gewesen, als ich mit ihm zusammenzog :-)

Während das Ganze bäckt, eine Pudding-Joghurt-Creme zubereiten (Bei mir war es eher Klümpchenbrei, aber nachdem ich darüber gebührend gejammert hatte, dann beim Versuch, das Gemisch im Kühlschrank kaltzustellen, erst den Parmesan auf den Boden geschmissen und mir dann den Kopf an der Arbeitsplatte gestoßen hatte, eilte Daniel zur Hilfe und pürierte das Ganze (exklusive Parmesan) kurzerhand. Mein ritterlicher Retter!)

Warten, bis der ganze Mist abgekühlt ist. Ein sehr schwerer Teil für mich, fragt Daniel.

Schokolade!

Aber dann kann man endlich Zartbitterkuvertüre auf dem Tarteboden verstreichen.

Pudding-Joghurt-Creme!

Und nachdem die Kuvertüre fest geworden ist (*seufz*), die Puddingcreme darauf verteilen.

Yum!

Und dann kommen endlich die Erdbeeren obendrauf! Sieht das nicht toll aus? Ich war mir nämlich hundertprozentig sicher, dass mein Kuchen rein optisch kein bisschen ans Hochglanzbackbuchvorbild herankommen würde und war sehr angenehm überrascht.

Dann kann man noch schnell Tortenguss zubereiten und über die Erdbeeren geben. Wenn man ganz schlau ist, richtet man es so ein, dass der Kuchen genau dann fertig ist, wenn man los muss, um seine Verabredung zum Theater wahrzunehmen, sodass man ihn nicht probieren kann. Man lässt den Kuchen also mit dem Freund allein zuhause zurück.

Dann kommt man nach etwa 4 Stunden wieder und findet das hier vor:

The result of boyfriend in action
Erdbeertarte 8

Daniel hat den Kuchen der Vorlage bis zur Perfektion angenähert! Ich selber hatte mich schon längst gegen steifgeschlagene, untergehobene Sahne für die restliche Creme und die aufwendigen “Schokolocken” entschieden…Zum Geschmack ist noch zu sagen: Nicht übel! Die sahnige Creme, die süßsäuerlichen Erdbeeren, die Überraschungsschokoladenschicht und der knusprige Mürbeteig - toll. Allerdings: Vom Aufwand her dann doch eher ein Geburtstagskuchen als ein schneller Samstagback. Muffins haben definitive Vorteile ;-)

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